Die Themensite rund um den Versicherungsbetrug: Beschreibung – Erklärung – Präventionsstrategien

Auf dieser Themenseite finden Sie Informationen und Neuigkeiten zum Thema Versicherungsbetrug. Was erklärt die Betrugsbereitschaft? Wie lässt sich Betrug eindämmen und die Ehrlichkeit fördern?

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Profis und Gelegenheitstäter

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Profis und Gelegenheitstäter

Sie provozieren Autounfälle, um die Haftpflichtversicherung zu prellen, oder spionieren im Internet nach Versicherungsdaten anderer Menschen, um bei deren Versicherungen falsche Schadensfälle zu melden. Professionelle Versicherungsbetrüger stellen ein großes Problem für die Versicherungsbranche dar und treiben die Versicherungsprämien nach oben. Oftmals geht Betrug jedoch auf „ganz normale“ Versicherungskunden zurück, die nur ein- oder zweimal in ihrem Leben einer Versicherung gegenüber falsche Angaben machen. Sie erbeuten dabei auch meist nur geringe Summen. In bisherigen Umfragen gab jeder vierte Versicherungskunde zu, schon mal eine Versicherung betrogen zu haben. Fast immer ging es um Beträge unter 1.000 Euro.

Quelle: Emnid-Umfrage im Auftrag von Friendsurance

(K)ein Kavaliersdelikt

Versicherungsbetrug verursacht mit geschätzten vier Milliarden Euro jährlich mehr Schaden als Banküberfälle. Dennoch erachten nicht wenige Menschen einen Versicherungsbetrug als Kavaliersdelikt. Immerhin jeder zehnte Deutsche hält es laut einer aktuellen Emnid-Umfrage für verzeihlich, gegenüber einem Versicherer Falschangaben zu machen. Bei einer Umfrage des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschat) 2011 gaben 21 Prozent der Bürger an, Versicherungsbetrug sei lediglich ein Kavaliersdelikt. Die neue Emnid-Umfrage zeigt nun auch regionale Unterschiede auf: In den nördlichen Bundesgebieten hält nur jeder zwanzigste Bürger Versicherungsbetrug für verzeihlich. In Berlin hingegen findet jeder Vierte es nicht weiter schlimm, eine Versicherung zu betrügen.

Quelle: GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Wer den Schaden hat…

Warum aber erscheint Versicherungsbetrug relativ oft eher als Notlüge denn als Straftat? Studien zeigen, dass viele Menschen ihre Versicherung vor allem dann betrügen, wenn sie einen tatsächlichen Schaden haben, aber der Schaden nicht versichert war. Vor allem, wenn nur im Kleingedruckten stand, dass der Schaden nicht versichert ist, fühlen sich manche Versicherungskunden dazu berechtigt, den Schaden etwas anders darzustellen, damit die Versicherung doch leistet. Dieses sogenannte Umdefinieren ist eine häufige Art des Versicherungsbetruges. Auch das Übertreiben eines Schadens kommt häufiger vor. Zum Beispiel weil Kunden ebenfalls für emotionale und zeitliche Kosten eines Schadens entschädigt werden wollen. Absichtlich einen Schaden herbeiführen oder vortäuschen würden hingegen nur wenige Menschen.

Versicherungsbetrug verhindern

Quelle: RTL /Stefan Gregorowius

Versicherungsbetrug verhindern

Wenn Patrick Hufen, Timo Heitmann und Ralph Schweda alias „Die Versicherungsdetektive“ auf Betrügerjagd gehen, schauen rund drei Millionen RTL-Zuschauer zu. Detektive werden gelegentlich bei Berufsunfähigkeitsversicherungen eingesetzt, um herauszufinden, ob ein Versicherungskunde tatsächlich nicht mehr arbeiten kann oder doch noch anstrengenden Sport treibt und belastbar scheint. Bei Gegenständen und Gebäuden rücken Sachverständige aus, um zu überprüfen, ob der Schaden wirklich so zustande gekommen ist wie vom Kunden angeben. Auf derartigen Kontrollen liegt bisher das Hauptaugenmerk der Versicherungsbranche, um Betrug zu verhindern. Dabei könnte sie häufig schon früher vorbeugen. Wissenschaftliche Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Verträge, die mit Alternativen zu Selbstbehalten arbeiten, Betrug reduzieren können. Auch bessere Aufklärung über die Prinzipen einer Versicherung und die genauen Versicherungsbedingungen hilft.

Aktuelle Publikation zum Thema

Vanessa Köneke, Horst Müller-Peters, Detlef Fetchenhauer: Versicherungsbetrug verstehen und verhindern. Springer Gabler 2015

Millionen Deutsche betrügen Ihre Versicherung. Sie lügen bei der Schilderung des Schadenereignisses, übertreiben die Schadenhöhe, erfinden Schäden oder führen diese gar herbei. Versicherer und ehrliche Beitragszahler werden so jedes Jahr um mehrere Milliarden Euro geschädigt.
Viel mehr als kriminelle Großbetrüger fallen dabei die zahllosen Kleindelikte ins Gewicht. Gerade hier sind Polizei und Versicherer überfordert. Zu aufwendig, zu langwierig und zu teuer sind Kontrolle und Strafverfolgung. Die Aufdeckungsquote stagniert im einstelligen Prozentbereich – keine erfolgreiche Abschreckung zukünftiger Täter! Auf Basis von Psychologie und Behavioral Economics zeigen die Autoren neue Wege aus diesem Dilemma auf.
Dazu gehört einerseits die Suche nach den Ursachen für den „alltäglichen“ Versicherungsbetrug. Grundlage sind eigene Forschungsarbeiten, Interviews mit Experten und Tätern sowie eine umfassende Sichtung  von Bevölkerungsumfragen, Presseberichten und wissenschaftlichen Quellen. Andererseits lassen sich daraus Strategien ableiten, um Versicherungsbetrug durch psycho-logisch fundierte Methoden einzudämmen. Ob Vertragsgestaltung, Kommunikation oder Form der Schadenaufnahme: Oft reichen schon kleinste Maßnahmen, um Anreize zu senken oder die moralische Schwelle zu erhöhen. Der Kerngedanke dabei ist: Prävention ist mehr als Kontrolle!

Versicherungbetrug verstehen und verhindern

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Über uns

 

Horst Müller-Peters

Potrait von Horst Müller-Peters

Professor für Marketing und Kundenverhalten an der Technischen Hochschule Köln und Leiter der Forschungsstelle Versicherungsmarkt. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Marktforschung und in der Beratung zahlreicher Versicherungsunternehmen.
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Detlef Fetchenhauer

Potrait von Detlef Fetchenhauer

Professor für Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Universität zu Köln. Er ist Autor eines erfolgreichen Lehrbuchs zur Psychologie sowie Verfasser zahlreicher Publikationen unter anderem zum Thema Gerechtigkeit, Vertrauen sowie zur Rechtspsychologie.
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